Begräbnis Altbürgermeister Georg Härning
In großer Zahl versammelten sich am 28. Februar mit der Familie, Gläubige, Weggefährten und Vertreter des öffentlichen Lebens in der Pfarrkirche, um Abschied von Altbürgermeister Georg Härning zu nehmen. Der 30 Jahre wirkende Kommunalpolitiker war am 19. Februar im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Trauergottesdienst wurde von Pfarrer Varghese Puthenchira und Pfarrvikar Pater Prince konzelebriert. Der Kirchenchor unter Ulrike Rauch und Michael Bertelshofer (Orgel) sorgten für eine würdige musikalische Gestaltung.
Neben der Familie nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine sowie Vertreter aus Politik und der Verwaltung Abschied. Unter ihnen befanden sich Landrat Andreas Meier, MdL Dr. Stephan Oetzinger, Ehrenbürger Christian Engel und Bürgermeisterkollegen aus der Region.
In seiner Predigt stellte Pfarrer Varghese Puthenchira Worte des Apostels Paulus in den Mittelpunkt: „Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Ob wir leben oder ob wir sterben – wir gehören dem Herrn.“ Diese christliche Grundhaltung habe auch das Leben von Georg Härning geprägt. Er habe nicht sich selbst in den Vordergrund gestellt, sondern stets dem Gemeinwohl gedient. Sein politisches Handeln sei von Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und tiefer Verbundenheit mit seiner Heimat getragen gewesen.
Der Geistliche skizzierte Härnings Lebensstationen. Geboren am 08. Juli 1936 in Weiherhammer, wuchs Härning unter einfachen Verhältnissen auf. Nach dem frühen Tod des Vaters musste die Familie zusammenhalten. Früh übernahm er Verantwortung und half mit, den Lebensunterhalt zu sichern. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Modellschreiner im Hüttenwerk, wechselte später in den mittleren Staatsdienst und war viele Jahre im Finanzamt Weiden tätig. 1960 heiratete er Maria Guldner. Das Ehepaar wurde mit fünf Kindern beschenkt, musste jedoch auch schwere Schicksalsschläge verkraften. Der Tod dreier Kinder und später der Ehefrau im Jahr 2012 waren tiefe Einschnitte in sein Leben. Halt fand er im Glauben und in seiner Familie. „Der liebe Gott hat es immer gut gemeint mit mir“, sagte er oft – ein Satz, der seinen Optimismus und seine tiefe Gottverbundenheit widerspiegelte.
Eine große Persönlichkeit verloren
„Die Entwicklung von Weiherhammer zur Industrie- und Wohngemeinde ist untrennbar mit seinem Wirken verbunden. Georg Härning hatte den notwendigen Weitblick, erkannte früh die Zeichen der Zeit, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein“ betonte Erster Bürgermeister Ludwig Biller. In seinem Sinn war es auch, Weiherhammer als Wohnort attraktiv zu machen. Das zeigte sich in der Entwicklung großer Baugebiete in den heutigen Bildbaum-Siedlungen, die Schritt für Schritt entstanden sind. In seine Amtszeit fielen neben Hallenbad, Feuerwehrhaus und Bauhof die Erweiterung der Hauptschule die Ausweisung des Gewerbe- und Industriegebiets, sowie die Ansiedlung zahlreicher Betriebe und bedeutender Unternehmen, darunter das heutige Werk von Pilkington. Damit wurden wichtige Arbeitsplätze geschaffen und der wirtschaftliche Grundstein für die positive Entwicklung der Gemeinde gelegt. Mit den Worten „Wir haben eine große Persönlichkeit, einen Freund und feinen Menschen verloren“ dankte Biller auch im Namen der Kollegen aus der VG, Martin Schregelmann und Gerhard List, Stellvertretern, Gemeinderäten, Ehemaligen Amtsinhabern und Bediensteten.
Kommunalpolitik war für ihn Berufung
Landrat Andreas Meier hob im Beisein seines Stellvertreters Albert Nickl hervor, dass Härning als Kreisrat und Mitglied in zentralen Gremien 30 Jahre zu jener Generation von Kommunalpolitikern gehörte, die nach der Gebietsreform den heutigen Landkreis entscheidend mit aufgebaut hätten. „Auf sein Wort konnte man sich verlassen. Er suchte den Ausgleich und Dialog, nicht die Konfrontation, und er dachte langfristig, nicht in kurzen politischen Zyklen. Besonders am Herzen lag ihm das Landkreissiedlungswerk. Kommunalpolitik war für ihn Berufung.“
Nah am Menschen gelebt
Für die Vereine sprach Severin Hirmer. Er erinnerte daran, dass Georg „Schorsch“ Härning über Jahrzehnte hinweg das Vereinsleben in außergewöhnlicher Weise unterstützt habe. Ob bei Sportvereinen, Feuerwehr, Wasserwacht, Schützen, kirchlichen Verbänden oder Fanclubs – er sei stets Förderer, Mitgestalter und oft Wegbereiter gewesen. Besonders die Jugendarbeit und das Rettungswesen habe ihm am Herzen gelegen. Rechnet man seine Mitgliedschaften zusammen, komme man auf mehr als 800 Jahre Vereinszugehörigkeit. Hirmer: „Der Ausstellungsbereich der Vereine im „Museum des Lebens“ von Georg Härning könnte mit „Näher am Menschen“ beschrieben werden. Das hat er gelebt und geliebt. Wir verabschieden uns heute von einem Freund und Unterstützer, vom Architekten des Aufschwungs.“
Mit Fahnenabordnungen einem gemeinsamen Kranz und Ehrensalut erwiesen die Vereine ihrem Altbürgermeister die letzte Ehre. In christlicher Hoffnung wurde er in Gottes Hände zurückgegeben. Trompeter Hans Rettinger intonierte das Lied vom guten Kameraden und „S`ist Feieroumd“. Weiherhammer verliert mit ihm eine prägende Persönlichkeit, einen leidenschaftlichen Kommunalpolitiker und einen Menschen von innerer Größe, der seine Heimat aus tiefster Überzeugung geliebt und ihr gedient hat. Sein Wirken wird in der Gemeinde noch lange spürbar bleiben.
Bilder und Text Siggi Bock